Autor: Dalibor

Eigentlich hätte unser Motorrad Abenteuer durch Serbien und Montenegro führen sollen, doch manchmal sind es die alltäglichen Versäumnisse und Kleinigkeiten, die manch Pläne in Staub verwandeln.

 

Freitag 14.06 Treffpunkt OMV Tankstelle Simmering Richtung Ungarn. Um 8h sind Tomi und ich auf der Tankstelle eingetroffen und haben noch eine Kleinigkeit beim Mc Donalds gefrühstückt. Unsere Bikes betankt und alles nochmals kontrolliert. Gegen 9h sind wir dann über die Autobahn nach Ungarn aufgebrochen, da wir den schnellsten Weg nach Serbien nehmen wollten und weil Ungarns Landschaft keine besonderen Anreize hat. Auf unserer Route war sehr viel Verkehr. Das Nova Rock Wochenende ist am Donnerstag gestartet und auch am Freitag gab es sehr großen Ansturm auf das Event.

Bei der Grenze Österreich, Ungarn noch eine Motorrad Vignette gekauft und eine kurze Pause eingelegt, dann ging es weiter nach Budapest. Wer diese Strecke kennt, weiß dass es extrem hohen LKW Verkehr gibt und einige neue Sommerbaustellen Stau produzieren. So mussten wir uns am Vormittag bereits durch den Verkehr kämpfen und sind bei Temperaturen über 30 Grad ganz schön ins Schwitzen gekommen. Nach ca. 4 Stunden Fahrtzeit waren wir auch schon an der Ungarisch-Serbischen Grenze. Mit den Bikes gibt es kein anstellen, so haben wir also die Kolonnen überholt und uns ganz vorne angestellt. Unsere Pässe wurden von der Zollbeamtin eingesammelt und in kurzer Wartezeit kontrolliert. Schock!!! Mein Pass ist seit 2 Tagen abgelaufen und ich komme nicht über die Grenze. FUCK!!! Ich habe tatsächlich vergessen meinen Pass zu kontrollieren. Mitlerweile hat es über 34 Grad Hitze und wir sind am Kollabieren und Dehydrieren.

Am Grenzübergang dann Kehrtwende, und zur ersten Tankstelle, eine OMV. Dort im klimatisierten Restaurant Kaffee und etwas zum Essen gekauft. Kurz entspannen, nachdenken, was machen wir nun? Tomi hatte ein paar Vorschläge bezüglich Routen Änderung, nur ohne vor programmierten Navis alles nicht so einfach. Nach Check der https://www.transeurotrail.org/ Webseite haben wir gesehen dass es einen TET Trail durch Ungarn gibt. Diesen also am Handy runtergeladen und in die App Locus Map Pro eingespielt. Wir haben uns entschieden den TET Track 2 zu fahren und sind dann nach der Pause aufgebrochen.

Keine 15 min später waren wir auch schon am Trail. Sand, die ganze Strecke durch Ungarn führt auf Sandboden. Bei 34 Grad und voll beladenen Bikes kein leichtes Unterfangen. Wir sind dann ca. 3 Stunden durch den Sand Richtung Norden gefahren und nicht wirklich weitergekommen. Die Pannonische Tiefebene bietet Landschaftlich keine Besonderheiten. Und man kann damit rechnen, dass Schatten ebenfalls eine Seltenheit ist. Unsere Bikes sind auch die ganze Zeit ohne großen Fahrtwind ausgekommen und haben uns mit dem Ventilator ganz schön eingeheizt. Am Abend gegen 19h haben wir beschlossen es bleiben zu lassen, da erstens bei mir die Reserve aufgeleuchtet hat und die ganze Zeit mein Bike einen Fehlercode hatte, den ich zu diesem Zeitpunkt nicht analysieren konnte.

Ins Navi schnell noch die nächste Tankstelle einprogrammiert und los. Am Weg dorthin fällt Tomi auf, dass ich meinen Trinkrucksack nicht mehr trage. Ich habe den Rucksack beim letzten Rastplatz vergessen. Shit, wieder zurück um den Rucksack zu holen. Am Weg zurück kurz vor dem Rastplatz kommt mir ein Nissan Pickup entgegen bleibt neben mir stehen und fragt ob ich ein Problem habe. Ich antworte, ja, habe meinen Rucksack, Tasche da vorne vergessen. Der Mann deutet mir zu warten und steigt aus dem Auto aus, geht zur Rückbank und holt meinen Rucksack raus. Freude, denn der EVOC Trail Rider Rucksack kostet über 200 Euro und die Gopro und Sony Action-Cam waren ebenfalls drinnen, die ich vorher vom Bike genommen habe. Es gibt also auch in Ungarn ehrliche freundliche und hilfsbereite Menschen, DANKE!

Danach wieder zurück zur Tankstelle, denn mein Bike war ziemlich leer und irgendetwas stimmte mit dem Verbrauch nicht. Der Verbrauch war viel zu hoch, über 9l auf 100KM sind für die 990 Adventure bei dem Kriechtempo unüblich. Außerdem hat die EF Lampe immer wieder einen Fehlercode signalisiert.

Danach habe ich mich wieder mit Tomi getroffen und wir haben beschlossen uns einen Campingplatz zu suchen. Der erste den wir angesteuert haben war ein Nudisten Campingplatz, der leider kein Restaurant dabeihatte, also zum nächsten gefahren und dort beschlossen zu bleiben. Relativ müde und hungrig haben wir uns zuerst was zum Essen bestellt, Gulasch, da das Restaurant nur noch 30min geöffnet hatte. Zu diesem Zeitpunkt war es 20:30h. Nach dem kräftigen Gulasch und zwei Bierchen haben wir die Zelte aufgebaut. Eigentlich ist das viel zu spät um sein Lager aufzuschlagen, denn nach Dämmerung bedeutet das, man ist Futter für die Gelsen und davon gibt es dort unfassbar viele. Tomi hat geflucht, denn Ihn hat es schlimmer erwischt als mich. Wir hätten uns auch ein Zimmer nehmen können, nur war ich so fixiert darauf zu Zelten, dass ich die goldene Regel nicht beachtet habe.

Nach dieser Nacht in Ungarn war es klar, wir drehen um und fahren nach Hause, denn es waren für Samstag über 34 Grad angesagt. In der Früh hatte es bereits über 25 Grad und wir sind nicht aus dem Schwitzen gekommen. Die Dusche in der Früh hat nur kurz eine Abkühlung bedeutet. Danach hat Tomi uns einen Kaffee gekocht und wir haben unser Zeug zusammengepackt. Der Weg nach Wien war von extremer Hitze und vielen Verkehrsstörungen geprägt. Kurz vor Wien bei Bruck dann ein Autounfall mit einem rumänischen Auto. Mit den Bikes haben wir uns durch den Stau gekämpft und mir sind beinahe die Sicherungen durchgebrannt, weil ein Autolenker einfach nicht Platz machen wollte, damit wir vorbeikönnen. Nachdem ich ausgezuckt bin und dem Oarschloch zum Verstehen gegeben habe, dass es kracht, wenn er sich nicht schleicht, hat der Ungar endlich Platz gemacht.

Zuhause angekommen habe ich mal überlegen müssen, was ich zuerst mache. Pass, oder neue Route planen. Nachdem es für die Woche von Montag wieder etwas kühler wurde, habe ich eine neue TET Route durch Slowenien und Italien geplant. Auf Facebook habe ich gesehen, dass die „Stollnies“ Peter und Jimmy auch in diese Richtung unterwegs sind und mich mit Ihnen in Verbindung gesetzt. Wir haben vereinbart, dass wir uns am Mittwoch in Slowenien Richtung Italien treffen.

Da mein Bike noch immer den Fehler hatte, habe ich Daniel von den „Fahrwegenen“ kontaktiert und gefragt, ob er vielleicht eine Ahnung hat, was das sein könnte. Daniel hat dann im Handbuch nachgeschaut und den Fehlercode analysiert. Es war ein Masseschluss am hinteren Lamdasonden Kabel. Das ist mir anscheinend in Kroatien bei einem Umfaller beleidigt wurde. Denn ich habe bei der Montage vom Sturzbügel nicht aufgepasst und das Kabel eingeklemmt. Klassicher Anfänger Fehler bei der 990 wie ich im Internet recherchiert habe. Der Sturz hat dann das Kabel Beschädigt und eben diesen Fehlercode verursacht. Mit den Infos dann am Sonntag in die Garage gefahren und dem Problem auf den Grund gegangen. Zum Glück war das Kabel nicht durchtrennt, sondern nur abisoliert. Tomi hat mir geholfen den Fehler zu beheben. Nach einer gründlichen Isolation der Kabel, war der Fehler auch behoben und voila, alles wieder in Ordnung. Die Lamdasonden Werte stimmen wieder und der Verbrauch hat sich normalisiert. Einer Fortführung des Abenteuers stand nichts mehr im Weg.

Montag 17.06 dann wieder Aufbruch Richtung Slowenien. Wir haben die Bikes beladen, bei mir sind es 21kg mit Zelt, bei Tomi mit dem Koffern und Zelt 43kg Gepäck. Diesmal sind wir erst gegen Mittag losgefahren und haben uns bei Tomi getroffen. Danach sind wir noch zum Touratech nach Baden gefahren, denn Tomi wollte auch eine neue Sitzbank von Touratech für seine 990 ADV. Gegen 13h dann Aufbruch nach Slowenien.

Ca. 6 Stunden Fahrtzeit haben wir gebraucht um an unseren Starpunkt für den TET Slowenien zu gelangen. In der Pension TUSEK Jezero in Kocevje haben wir dann ein günstiges und nettes Quartier gefunden. Das Abendessen in Slowenien und Das Lasko Bier waren ein Genuss.

Dienstag 18.06 Start mit dem TET Slowenien. Der Anfang, bzw. der Einstieg in den TET waren sehr schwer. Die Strecke führt über einen steilen Anstieg mit riesen großen Steinen. Außerdem war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mit der Navigation vom Trail vertraut und bin zweimal falsch abgebogen. Was das bedeutet mit schwer beladenen Bikes brauche ich nicht zu erklären, denn auf einem Trail einfach umdrehen ist mit den Big Enduros nicht sehr einfach. Ohne Hilfe im steilen Gelände wird das zu einer echten Herausforderung. Nachdem wir dann am richtigen Aufstieg waren, kahm der erste Kampf mit riesengroßen Steinen. Zum einen sind wir noch nicht mit dem richtigen offroad Gefühl unterwegs, zum anderen hat es in der Nacht zuvor geregnet und im Wald war es unerträglich schwül und rutschig. Der Pfad rauf ist nicht sehr breit und wenn uns was entgegenkommen sollte, wäre das sehr, sehr gefährlich. Den ersten Schwierigkeiten mal abgesehen sind wir dann mit Zug den Berg rauf und haben nach ca. 30 min die erste Schotter Straße erreicht.

WOW was für ein erleichterndes Gefühl!!!

Weiter ging es über wunderschöne Schotterwege nordwestlich durch die Wälder Sloweniens. Die Landschaft ist sehr gepflegt und man kann sagen, dass Slowenien, Österreich landschaftlich sehr ähnlich ist, mit einer Ausnahme, man darf hier auch legal offroad fahren solange man nicht die offiziellen Wege verlässt.  

Weiter auf dem Trail sind wir dann zum ersten unüberwindbaren Pfad für unsere Big Enduros gekommen. Nicht dass wir es nicht versucht hätten, nur war der Singeltrail vom Regen ausgewaschen und mit den großen Bikes nicht passierbar. Daher haben wir beschlossen eine Umfahrung über Schotter zu nehmen und auf der anderen Seite den TET weiter zu fahren.

Der Dienstag war so schön, dass wir mit nur ganz wenig Pausen durgefahren sind. Unsere Headset Kommunikation von Sena hat uns dabei sehr, sehr gute Dienste erwiesen und wir wurden für die anfänglichen Strapazen von der Natur verwöhnt. Gegen 18h beschlossen wir dann ein Quartier zu suchen und zu tanken. An diesem Tag sind wir ca. 200km offroad gefahren. Später dann gegen 19h sind wir im Speleo Camp Laze eingetroffen und haben unsere Zelte aufgeschlagen. Da es dort keine Verpflegung gab haben wir uns vorher unterwegs etwas Verpflegung mitgenommen.

Mittwoch 19.06 gegen 4h morgens höre ich was rascheln und um mein Zelt schleichen. Total verschlafen bin ich etwas besorgt aufgewacht und habe das Handylicht benutzt um zu sehen, was da draußen ist. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Ein kleiner Fuchs hat sich mein Sandwich aus dem Tankrucksack der vor dem Zelt gelegen ist geholt und es genüsslich gefressen. Da ich das Handy schon in der Hand hatte, habe ich natürlich auf Aufnahme gedrückt und das kleine Kerlchen dabei gefilmt. Ein unvergessliches Erlebnis in der Natur und ein weiteres Highlight unseres Abenteuers. Bis auf die gierigen Gelesen waren keine weiteren besonderen Vorkommnisse in dieser Nacht. Leider konnte ich nicht mehr einschlafen und der nächste Tag sollte ein paar schöne Herausforderungen mit sich bringen. Am Weg haben wir zwei deutsche TET Fahrer mit 250 CRF Hondas getroffen, die uns berichtet haben, dass es eine Passage gibt, die nach der Burg Predjama kommt und für Big Enduros nicht geeignet ist. Es kam so wie es uns die beiden berichtet haben, der Trail war schlammig und steil, an einen Aufstieg mit unseren Bikes war nicht zu denken. Okay, dann suchen wir eine Umfahrung. Weiter rechts vom Trial war ein Pfad eingezeichnet, der an eine Lichtung endet. Genau an diesem Ende befand sich ein Bachbett, welches ich mir als Abkürzung überlegt habe. Ich habe Tomi gebeten zu warten, denn sollte es nicht passierbar sein, ist nur ein Bike zu bergen und nicht zwei. Das Bachbett also ca. 3-400m raufgefahren und wegen fehlenden Gripp beschlossen wieder kehrt zu machen. Tomi angerufen und ihm mitgeteilt, dass ich eventuell Hilfe brauche 😉 Nachdem ich dann wieder aus dem Bachbett befreit wurde, musste eine Pause eingelegt werden. Das hin und her Wuchten der schweren Maschine hat sehr viel Kraft gekostet und die ständige Hitze und Luftfeuchtigkeit kosteten enorm viel Energie. Einsichtig und etwas enttäuscht haben wir uns dann eine Umfahrung gesucht und sind auf der anderen Seite des Bergs den TET weitergefahren.

Keine Stunde später standen wir schon vor dem nächsten Problem. Der TET ist vom Schotter wieder auf Waldboden gewechselt und dieser ist vom Regen ziemlich aufgeweicht. Da ich vorgefahren bin, tappte ich auch als erster in eine Falle, ein tiefes Schlammloch war vorerst Ende. Das Bike steckte bis zu Vorderachse im Schlamm und konnte nur mir Zurrgurten rausgehoben werden. Okay, die 990 ADV ist jetzt nicht gerade leicht und bei Temperaturen über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 60% kamen Tomi und ich ganz schön ins Schwitzen. Die Bergung dauerte ca. 15min angefühlt hat es sich wie eine Stunde. Abermals total erschöpft haben wir eine etwas längere Pause eingelegt und unsere Kräfte wieder aufgeladen. Der Trail ging noch ein paar Hundert Meter steil auf Waldboden bergauf und führte dann wieder in eine Schotterpassage weiter.

In der Zwischenzeit hat sich Peter bei mir telefonisch gemeldet und nachgefragt wo wir sind und wo wir uns treffen wollen. Da wir aufgrund schlechten Handy Empfangs nicht genau wussten wo wir sind und wie lange wir noch brauchen, haben wir beschlossen uns etwas später wieder zu melden. Nach zwei Stunden gegen 16h haben wir dann das offroad Ende vom TET Slowenien erreicht und unsere Reise ging weiter über Asphalt. Der TET Slowenien ist eigentlich für 3 Tage angelegt, wir konnten aber die Strecke aufgrund der 2 Umfahrungen in 2 Tagen absolvieren. Jimmy und Peter haben wir später in „Adjovscina“ getroffen. Nach einem Kaffe und erfrischendem Wasser den Aufbruch Richtung Soca Tal besprochen. Unser Ziel, ein wunderschöner Campingplatz in Tolmin an der Soca mussten wir aufgrund plötzlich einsetzenden Regens ändern und sind in einer Unterkunft in „Most na Soci“ untergekommen. Abendessen, ein paar Bierchen und Benzingespräche später sind wir schlafen gegangen um für den nächsten Tag fit zu sein. Donnerstag 20.06, Aufbruch nach Italien. Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit haben wir unterwegs Nick getroffen, den Jimmy und Peter am Vortag kennen gelernt haben. Kurz mit Nick geplaudert und gefragt, ob er uns ein wenig begleiten möchte. Nick ein sympathischer KTM 690 Enduro Fahrer hat sich uns gerne angeschlossen. Das Tempo wurde von Peter und Jimmy bestimmt, da die beiden vorgefahren sind. Peter hat uns vorher erklärt, dass beide auf Ihren neuen KTM 690 Enduro (2019) Mousse montiert hätten und nicht schneller fahren wollen wie 80kmh. Dass die 80kmh auch die Kurvengeschwindigkeit von den beiden ist war uns natürlich nicht bewusst. Jedenfalls ging es zügig weiter Richtung Paularo. Das Friaul bietet eine Kurvenorgie die jedes Biker Herz höherschlagen lässt. Bergauf, bergab immer weiter dem italienischen Schotter entgegen. Ich muss sagen, dass ich gegen 18h als wir auf über 2000m das erste Mal Schotter unter den Rädern hatten, schon genug von der Fahrerei hatte. Tomi und ich hatten bereits über 1000km hinter uns und davon waren 400km rein offroad. Außerdem waren zwei gefährliche Passagen unmittelbar vor uns, die ich am liebsten frisch erholt gefahren wäre, aber Peter und Jimmy sind nicht zu halten gewesen, so sind wir weiter Richtung Sauris gefahren. Nachdem wir zur „Danger Zone1“ gekommen sind, diese befindet sich nach Mione, und ist ein extremer steil aufsteigender offroad Trail. Meine KTM 990 wollte da nur im Einser hoch, da der zweite Gang einfach für die Steigung zu schwach war, habe genau da verflucht das Zelt hinten oben zu haben. In den engen Serpentinen hat das Gewicht immer wieder Richtung Boden gezogen. Meine Unterarme haben sich angefühlt, als wäre ich seit einer Woche im Fitness Studio und würde schwere Hanteln stemmen. Klarer weise waren Jimmy, Peter und Nick mit ihren leichteren 690ern uns immer Voraus und mussten auf uns warten. Was dazu geführt hat, dass wenn wir bei ihnen angekommen sind, die schon wieder loswollten. Und dass HAT an den letzten verfügbaren Kräften von Tomi und mir sehr gezehrt. Klarerweise muss man dort wo man rauf ist wieder runter und die „Danger Zone2“ ging also steil bergab. Ich habe diese Passagen mit meiner Action Cam gefilmt und normaler weise sagt man im Video sieht man nicht wie steil es da wirklich ist. In diesen Passagen sieht man das mehr als deutlich! Mein Rat an alle die diese Sektion fahren wollen, bitte nicht alleine fahren, da es wirklich sehr gefährlich ist und man nur hoffen kann, dass einem keiner entgegenkommt. Wir haben dann gegen 20h beschlossen einen Campingplatz nach Sauris anzusteuern welcher über die berühmte Forcella di Lavardet geführt hat. An diesem Tag sind wir schon mal vor einem geschlossenen Pass gestanden und haben die Fahrverbosttafel umfahren weil wir dachten, es geht weiter mit unseren Bikes, also nicht umkehren, sondern die Strada Provinciale 465 genommen. Eine wirklich geile Offroad Strecke und diesmal nicht steil, sondern ziemlich flach und schön mit Speed befahrbar. Die Strecke führte uns leider zu einer von einem Erdrutsch abgerissenen Brücke und so mussten wir nach Sauris umkehren und uns ein Quartier suchen. Das war der längste Tag den ich auf einem Bike verbracht habe. Wir sind von 9h morgens bis 21h abends durchgefahren, 12 Stunden! Für mich und Tomi war das an der Belastungsgrenze und es ist ein Wunder, dass wir das ohne Sturz, oder weiterer Probleme überstanden haben. In Sauris haben wir dann ein gutes und günstiges Quartier gefunden und uns zum Abendessen in eine Pizzeria gesetzt. Dort gab es Bier, Rotwein und eine supergute original italienische Pizza. Unser Quartier (31 Euro p.P mit Frühstück) war ein Apartment das wir uns zu fünft geteilt haben. Und da ich meine Ruhe wollte, habe ich mich in ein kleines Neben Zimmer mit meiner Isomatte und Schlafsack gebettet. Diese Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. Ich dachte mir noch vor dem Einschlafen, morgen werde ich vor Anstrengung meine Hände nicht mehr bewegen können. Die 12h hatten echt alles von mir abverlangt und mir meine Grenzen aufgezeigt.

Freitag 21.06 Es hatte die Nacht durchgeregnet und der Freitag zeigte sich sonnig und freundlich. Da Jimmy mit ihrem immer weicher werdenden Mousse am Vorderreifen Probleme hatte, beschlossen wir nach dem Frühstück das Mousse gegen einen Schlauch zu wechseln. Peter hat das anscheinend nicht zum ersten Mal gemacht und der Schlauch war auch nach 45min gewechselt und ihre 690 WIEDER fahrbereit. Nick, der uns bis dahin begleitet hat, musste sich auf die Rückreise machen und verließ und später am Morgen Richtung Heimat. Für uns ging es weiter den TET entlang und vor allem weg von den Regenfronten. Da wir die Strecke wegen der fehlenden Brücke nicht exakt vorsetzen konnten, suchten wir uns eine Umfahrung und kamen in Campologno wieder auf den TET. Weiter Richtung Santo die Stefano immer dem Regen versuchend zu entkommen ging es über wunderschöne Pässe rauf in die Dolos. Leider hatte uns da schon der Regen erwischt und wir sind am Pass Duran nach ca. 3 Stunden Fahrtzeit in der Hütte eingekehrt um Pause zu machen und uns etwas zu erholen. Das absolute Highlight für mich befand sich nach Mezzano, der Pass führt über Col Mares und ist nur von Juni bis September befahrbar. Der Regen hat uns auch über diesen offroad Pass belgeitet, jedenfalls konnte der Regen uns den Spaß daran nicht verderben. Nach dem Pass haben wir wieder eine Pause eingelegt und uns auf die Suche nach einem Quartier gemacht. Die letzte Unterkunft auf unserer Reise war ein Glückstreffer. Im Bed and Breakfast Oltra haben wir eine wunderschöne Unterkunft gefunden. Nachdem wir vom Regen durchnässt und hungrig waren, fuhren wir zuerst in die Osteria Ponte Serra Abendessen. Peter und ich haben die Wetterprognosen für die nächsten Tage überprüft und festgestellt, dass es weiterhin durchregnen wird und wir kein Glück haben auf unserer Route. Daher haben wir an diesem Abend bereits für Samstag die Rückreise geplant. Zurück in unserem Quartier in Oltra haben wir ganz schöne Augen gemacht, denn der Besitzer hatte einen top gepflegten Lancia Delta HF Integrale Mark 1 in der Garage. Die Bikes haben wir in seiner Garage neben eine 750 Tenere abstellen dürfen und wurden von seiner Gatting herzlichst empfangen. Mit ein paar Grappa und guten Hauswein ließen wir den verregneten Abend ausklingen und genossen die italienische Gastfreundlichkeit.

Samstag 22.06 Rückreise bei Dauerregen!  Wieder Richtung Paularo haben wir uns irgendwo in den Dolos von Jimmy und Peter getrennt. Es hat so viel geregnet und die Straßen waren so nass, dass wir mit unseren offroad Reifen im Schneckentempo gefahren sind. Tomi und ich hatten von Oltra bis Wien 618km und brauchten dafür bis ca. 21h nach Wien. Peter und Jimmy sind ca. 3 Stunden vor uns in ihrer Heimat Bayern eingetroffen und sind am Weg auch noch etwas vom Regen begleitet worden. Nach den Dolos kann die Sonne kurz wieder raus und vor Wien beziehungsweise vor Wiener Neustadt hat es wieder anfangen stark zu regnen. Aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit meinerseits, wäre ich fast ohne Sprit auf der Autobahn zum Stehen gekommen. Kurz vor der Abfahrt Richtung Altmannsdorferstraße ging die 990 stotternd auf der A2 aus. Ich wusste es, beide Tankdeckel wieder geöffnet und mal den letzten Saft aus den Ecken geschüttelt und sie sprang wieder an. Mit den letzten Tropfen Benzin im Tank bin ich dann vor der Tankstelle auf der Triester zum Stehen gekommen und habe die Adventure in die Tankstelle reingeschoben. Tomi´s Adventure braucht mit dem orignal Mapping weniger wie meine mit dem Akrapovic Mapping. Hier habe ich mich nach einer kurzen Pause von Tomi verabschiedet und bin dann durch die Stadt nach Hause gefahren. Unser Abenteuer betrug diesmal 2803km. Davon sind wir ca. 5-600km offroad gefahren. Ich habe einiges wieder gelernt und kann sagen, dass die 990 Adventure voll und ganz meinen Erwartungen entsprochen hat. Die Langstreckentauglichkeit ist einfach ein Traum. Deswegen findet man selten eine gebrauchte KTM 990 Adventure mit wenig km. Ein großese Dankeschön an Peter Jimmy und Nick, die mit uns den TET gefahren sind und wir hoffentlich bald wiedersehen. Ich werde in Zukunft mit der KTM 990 eher Straße und leichte Schotterpassagen fahren und das offroad Reisen wieder mit meiner KTM 640 Adventure angehen. Schwere BIG Enduros sind in 95% der Fälle gut für den TET aber in den 5% wünscht man sich einfach einen leichten 1 Zylinder mit dem man jede Passage easy fährt. In Zukunft werde ich mein Zelt bei offroad Reisen nicht mitnehmen, denn das zusätzliche Gewicht verändert die Balance am Bike erheblich. Wer meint, dass ein großes Bike im Gelände mit mehr Gewicht besser zurechtkommt als ein leichtes, der irrt sich gewaltig. Es gib nichts Unangenehmeres als zusätzliches Gewicht am Bike und wenn man das niedrig halten kann, hat man alles richtiggemacht. Tomi wird hier noch sein persönliches Fazit runter setzen und hoffentlich meinen Bericht auf www.Herbremser.at veröffentlichen.

Mein Senf: Es war eine wirklich tolle Reise, bzw. ein Abenteuer. Obwohls manchmal anstrengend war hat das in keinster Weise gestört, denn man wurde immer wieder mit den schönsten Eindrücken von Land, Natur und netten Menschen belohnt.
Hier nochmals ein großes Dankeschön an die Begleiter die auch immer geduldig auf mich gewartet haben. 🙂 Also danke Jimmy und Peter (von denen ich mir fahrerisch gerne noch einiges abschauen möchte) Dali und Nick, …ihr wards alle super und ich hoffe und freue mich darauf weitere Strecken mit euch unter die Räder zu nehmen. Ein Film auf Youtube folgt natürlich sobald ich die Zeit finde ihn zu erstellen.