…zusammengefasst von meinem Wingman Dali:

Zusammenfassunung:
1. Tag) Anreise über Kalte Kuchl nach Slowenien und dann nach Kroatien Karlovac. Balkantour 04.2018, erster Tag

2. Tag) Fahrt nach Senj, dann weiter über Velebit Gebirge Richtung Plitvicer Seen. (Offroad Teil auf 1.700m Balkantour 04.2018, zweiter Tag südlichen Velebit.)

3. Tag) Besuch Plitivcer Seen, Zeljava´s alter Militär Flughafen, Bugojno. Balkantour 04.2018, dritter Tag

4. Tag) Enduro fahren mit http://www.endurogrip-bosnien.com/ Balkantour 04.2018, vierter Tag

5. Tag) Enduro fahren mit http://www.endurogrip-bosnien.com/ Balkantour 04.2018, fünfter Tag

6. Tag) …Pause, wir haben das regnerische Wetter zum ausruhen und in der Stadt flanieren genutzt.

7. Tag) Reise von Bosnien nach Serbien und was mir unterwegs passiert ist.

8. Tag) Enduro fahren in Serbien Deliblatska Pescara Balkantour 04.2018, Tag 7-9

9. Tag) Rückreise nach Österreich
Total haben wir 2.703km zurückgelegt. Davon sind wir ca. 450-500km Offroad gefahren.
Ich hatte 6 leichte Stürze. Tomi hatte 2 leichte und einen mittleren Sturz. Außer leichten Prellungen ist uns dank guter Schutzausrüstung nichts passiert.
Meine KTM hatte einen Batterieschaden. Und unterwegs hab ich ein paar Schrauben verloren.
Tomis KTM Null Schäden.
Zusammen haben wir ca. dreiviertel Liter Öl verbraucht.

Ich möchte euch eine etwas längere Geschichte über ein Abenteuer erzählen und ein Paar ausgewählter Bilder und unsere Vidoes dazu teilen.

1.
Tomi und ich haben uns letztes Jahr entschlossen mit Reise-Enduros einen Offroad Trip zu starten. Da ich zu diesen Zeitpunkt noch kein Bike hatte, machte ich mich auf die Suche nach etwas passenden. Wir wollten auf jeden Fall die Bikes abseits asphaltierter Straßen bewegen, also fiel die Wahl auf eine KTM 640 Adventure BJ. 2003. Dieses Bike habe ich wegen seiner Dualsport Möglichkeiten gewählt und wegen dem leichteren Gewicht für die Fahrten im Gelände. Tomi hatte noch seine nagelneue KTM 450 EXC Sixdays, mit der er letztes Jahr in Serbien vorzeitig seine Motorradsaison beenden musste. Der Schulterbruch von Tomi war ein Faktor, der uns in unserer Reiseplanung etwas zurückhaltend planen ließ und im Endeffekt war es auch gut so. Tomi hat die EXC letztes Jahr noch gegen eine neue KTM 690 Enduro-R eingetauscht und damit startete das Abenteuer also irgendwann im Oktober, November 2017. Die Adventure musste hergerichtet werden, denn 30.000km auf der Uhr und eine Alarmanlage aus China machten ihr zu schaffen. Als ich anfing wollte ich das Bike soweit überholt haben, dass ich nicht im Ausland auf irgendeinem Berg damit liegen bleibe, daher war wirklich alles was Verschleiß hatte zu erneuern. Über den Winter sollte das Projekt rechtzeitig fertig werden. Tja, manchmal spielt nicht alles nach Plan und Improvisation sowie viel Geduld waren gefragt. Mein Freund Sasa wurde an der Hand operiert und das verschob die Arbeiten in das Frühjahr 2018. Als Sasa die Adventure Ende Jänner zerlegt hatte, wurde uns klar was alles außerhalb der Todo-Liste noch zu machen war. Die Gabel und das Federbein wurden komplett überholt. Danach alle Flüssigkeiten und Filter getauscht, die Ventile eingestellt und alle Schrauben mit Schraubensicherung gesichert. Die Bremsen waren neuwertig, daher war außer der Bremsflüssigkeit daran nichts zu erneuern. In der Zwischenzeit wurden die alten Alu-Koffer von einem Profi geschweißt und neuer Lack sowie die alten Plastiks erneuert. Zwei neue 50/50 Reifen von Mitas (E07) und neue Felgen angeschafft. Das Projekt sollte in einem gewissen Budgetrahmen bleiben und im Großen und Ganzen blieb dank Willhaben alles im geplanten Rahmen.
Das größte Problem an dem Bike war die Elektrik und das uns die Zeit bis zum Abreisedatum immer knapper wurde. Am Donnerstagabend vor unserer Abreise wurde die Adventure endlich fertig. Ich konnte nicht wie geplant vorher testen ob alles passt, so musste ich mich darauf verlassen dass die Mechaniker gute Arbeit geleistet haben, und das haben sie. Vielen Dank an dieser Stelle an Sasa Lukic und KTM Schruf! Denn ohne Ihre geschätzte Arbeit hätten wir unser Abenteuer beinahe absagen müssen.
1.1.
Am Freitag war es dann so weit, von der Triester Straße aus war unser erstes Ziel die Kalte Kuchl, dort wollten wir Frühstücken und dann Richtung Slowenien aufbrechen. Am Weg dorthin konnte ich die neuen Reifen vorsichtig einfahren und das Fahrwerk testen, sowie Vertrauen in das Bike aufbauen. Die ersten Kurven waren gut zu fahren, und wir konnten schön langsam das Tempo steigern. Nach dem Frühstück ging es über das Höllental und die S6 Richtung Graz. Dort machten wir den ersten Tankstopp, denn die neue 690 Enduro-R von Tomi hat eine Reichweite von ca. 220 Km. Die Adventure dagegen mit dem 28L Faß um die 450Km. Nach dem Tankstopp erreichten wir sehr schnell die slowenische Grenze. Von dort aus sind wir dann über Bundesstraßen Richtung Kroatien, unserem Tagesetappenziel Karlovac weitergefahren. Tomi hat die Routen so aufgeteilt, dass wir nicht mehr als 6-7 Stunden pro Tag am Bike sitzen und entsprechend das TomTom Navi programmiert. Der Weg nach Kalrovac war recht unspektakulär, sodass wir ca. gegen 18:30 im Zentrum eingetroffen sind. Dort haben wir uns mal was zum Essen gesucht und eine Unterkunft über Booking.com organsiert.
2.
Der zweite Tag in Kroatien war atemberaubend. Wir sind von Karlovac Richtung Senj aufgebrochen, das liegt an der Küste und ist neben dem Velebit Gebirge, unser primäres Ziel für diesen Tag. Was soll ich sagen, die Straßen sind ein Traum für Motorradfahrer und als der Asphalt aufhörte, sind wir durch den Wald auf einer Forststraße weitergefahren, bis rauf auf ca. 1700m Seehöhe. Es war für mich das erste Mal eine längere Strecke auf unbefestigten Straßen und ich bin noch immer total begeistert darüber. Die KTM ist genau für so etwas gebaut und hat dort erst ihr wahres Potenzial gezeigt. Man fährt mit Ihr im Gelände, beladen mit Koffern richtig souverän. O.K. ich brauchte etwas Zeit um mich auf den losen und rutschigen Untergrund einzustellen, das war auch auf dieser schönen Strecke nicht allzu schwer. Zu schwer, sehr schweren Gelände komme ich etwas später. Am Nachmittag haben wir dann das Velebit Gebirge verlassen und sind Richtung Plitvicer Seen weitergefahren. Unterwegs dorthin sind wir an dem Hotel Winnetou vorbeigekommen und haben uns spontan entschlossen dort zu übernachten. Dort haben wir Semir Kanuric kennen gelernt. Ein Enduro Fahrer durch und durch, der uns eingeladen hat beim nächsten Mal in Kroatien mit ihm in seiner Gegend Enduro zu fahren. Ich hoffe, dass wir das dieses Jahr noch schaffen.
3.
Am Sonntag dann Besuch bei den Plitivcer Seen und Aufbruch nach Bosnien, wobei wir vorher unbedingt einen alten Militärflughafen besichtigen wollten, denn von der Seite www.bike-on-tour.com haben wir sehr wertvolle Tipps für unsere Reise gefunden, sowie auch diesen Tipp. Da Zeljava am Weg Richtung Bugojno war, haben wir einen Abstecher dorthin gemacht. Zum Glück ist Tomi ein ruhiger aber beharrlicher Typ, der zielstrebig ist. Deswegen sind wir auch in Zeljava gelandet, denn am Sonntag war Regen vorausgesagt und ich wollte eigentlich direkt nach Bugojno ohne Umwege weiter. Tomi jedoch hat gemeint, wir haben Zeit und es ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Als wir dann den stillgelegten Bomber gesehen haben war ich begeistert. Der alte Militär Stützpunkt wurde nach den Balkankriegen verlassen und die Kulisse brachte uns einen gewissen Respekt bei. Nicht nur die Warnschilder die darauf hinweisen dass das Gelände vermient ist, nein, es ist einfach das gesamte Gebiet etwas Spookie und von der Natur übernommen worden und verwildert. Die Öffnungen zu dem Flugzeug Hangar der in den Fels gearbeitet wurde stehen leer und aufgrund der Minen-Warnschilder sind wir dort auch nicht reingegangen.
Da wir aber unseren Spaß wollten, haben wir mal die Katis auf der Rollbahn auf Spitzengeschwindigkeit getestet und es hat uns riesen Spaß gemacht das Gelände zu erkunden. Die Grenze zu Bosnien ist von Zeljava ca. 15Min entfernt und als wir die Grenze passiert haben, war unser nächstes Ziel Bugojno bzw. Enduro Grip Bosnien, denn dort haben wir im Vorfeld über www.bike-on-tour.com gebucht. Der Weg ist das Ziel und Tomi und ich hatten auf den Verbindungsetappen auf den Landstraßen Bosniens unseren Spaß. Die Landschaft ist außergewöhnlich schön und die Leute sind überall freundlich und kommunikativ. So ca. 20km vor Bugojno bei unserem zweiten Tankstopp an diesem Tag hatte ich meine erste Panne. Die KTM hatte plötzlich keinen Saft mehr und wollte nicht anspringen. Nachdem wir alles zerlegt hatten und keinen Fehler fanden, sagte Tomi, es könnte die Batterie sein. Bingo, da war doch was!? Ich wollte die Batterie vor unserer Abreise ersetzen, hab dann im Stress darauf vergessen. Auf der Tankstelle haben wir von einem sehr netten Tankwart Hilfe bekommen und konnten mit Starhilfe die KTM wieder starten. Gegen ca. 18:30h sind wir dann auch am Ziel in Bugojno angekommen.
4.
Am Montag sollte unser Abenteuer eine Steigerung bekommen, denn wir haben bei http://www.endurogrip-bosnien.com/ eine Enduro Tour für Anfänger gebucht. Da Franc unser Guide und Inhaber von Enduro Grip Bosien eine Verletzung am rechten Fuß hatte, ist ein Freund von ihm als Guide eingesprungen. Adnan hat uns auf eine fantastische Tour durch die Wälder rund um Bugojno mitgenommen. Nach den ersten 15min. waren wir auch schon im Gelände unterwegs. Ein kleiner Test von Adnan um zu sehen wo wir mit unseren Bikes weiterkommen hat mich zu meiner ersten Challange geführt. Keine 10m im Gatsch bin ich gekommen, bis ich zum ersten Mal vom Motorrad abgesprungen bin. Es ist nichts passiert und mir ist klar geworden, dass ich das Endurofahren total unterschätzt habe. Denn Enduro ist kein Kindergeburtstag sollte ich an diesem Tag noch feststellen. Der Grip mit unserer 50/50 Bereifung war im Gatsch gegen null. Feuchte Wiesen stellten eine große Herausforderung dar und als wir die ersten richtig steilen Steigungen rauffuhren, dachte ich, das Bike kann das, nur bist du auch dafür bereit?… Ja, ich war bereit und Tomi war es auch. Zum Glück hatte Adnan das richtige Gespür für uns und quälte uns nicht allzu sehr. Als wir dann zum ersten Mal „Single Trails“ fuhren und Bäche querten war das Abenteuer perfekt. Adnan hat uns wunderschöne Orte gezeigt und uns sehr viel über das Land und die Kultur erzählt. Tomi hatte mit seiner 690er auch etwas zu kämpfen, denn einen Gras bewachsenen Hang wollte die Kati nicht rauf. Adnan steigerte das Terrain über den Tag allmählich und wir fuhren Steile Abhänge rauf und runter. Als wir nach der Mittagspause dann über einen schönen Schotterweg fuhren waren sogar Drifts kein Problem mehr.
Ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir den ersten Tag ohne Blessuren überstanden haben. Die Erschöpfung war groß, jedoch die Vorfreude auf den nächsten Tag umso größer.
5.
Zum Glück hatten wir am Dienstag schönes Wetter und Franc ging es auch etwas besser mit seiner Verletzung. Franc hat sich eine alte Teneré für diesen Tag ausgeliehen, damit wir mit gleichwertigen Material unterwegs sind. Er meinte, er kennt ein paar schöne Strecken für Reiseenduros und ist unserem Wunsch nach Enduro-Wandern entgegengekommen. Mit Franc haben wir uns ebenfalls langsam im Tempo gesteigert und konnten die Tour richtig genießen. Wer aber glaubt, dass der zweite Tag viel leichter war der erste irrt sich. Die erste richtige Challange war eine lange steile Abfahrt mit vielen Steinen und Felsen am Weg. Langsames Trail Tempo im ersten Gang und viel schleifender Kupplung hat das Blut schön durch die Unterarme gepumpt. Zum Glück hatten wir sehr viel Abwechslung und Tempo Variationen wo wir uns immer wieder etwas erholen konnten. Franc ist ein toller Guide und hat uns die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen. Wunderschöne Wiesen mit weidenden Kühen haben sich abgewechselt mit steilen Aufstiegen im mittleren bis härteren Gelände. Das Highlight war für mich der Blick auf das Ramsko-Jezero aus 1200m Seehöhe und den Ort Ripci. Die Abfahrt runter zu der Halbinsel Scit war ebenfalls spektakulär. Zum Glück haben wir es noch vor dem Regen geschafft in einem sehr schönen Lokal am See Unterschlupf zu finden und haben beschlossen dort Mittag zu essen. Während dem Mittagessen hat es angefangen heftig zu regnen. Der Regen hat das Erdreich aufgeschwemmt und das war für unsere Bereifung suboptimal. Nachdem der Regen nachgelassen hat, haben wir uns über die Berge auf den Rückweg gemacht. Wir merkten schnell, dass der Grip immer schlechter wurde und irgendwo in der Mitte auf dem Rückweg ist Tomi über eine rutschige matschige Stelle bei ca. 50-60kmh gestürzt. Zum Glück ist außer einem Schrecken und einer Prellung nichts passiert. Wir haben dann etwas das Tempo reduziert um sicherer den Rest der Strecke durch die Berge zurück zu fahren. Mir wurde durch den Regen immer kälter und der Rückweg schien ewig zu dauern und der Regen setzte wieder ein. Auf ca. 1200m Seehöhe kann es ganz schnell kalt werden wenn es regnet. Das war das erste Mal das ich mir dachte dass ein atmungsaktives wasserdichtes Tourenkombi und Heizgriffe jetzt perfekt wären. Als wir das Tal erreichten hörte es auch auf zu regnen und es wurde auch etwas wärmer. Den Abend haben wir dann bei leckeren Essen mit Fanc und seinem Vater und Freunden von Ihnen verbracht. Fanz und Jozo sind wundervolle Gastgeber und tolle Freunde. Da es am Mittwoch am frühen Morgen noch regnete entschieden wir den Tag zur Regeneration zu nutzen. Wir haben uns zu Fuß die Stadt etwas angeschaut, waren Café trinken und haben einen Barbier besucht. Am Donnerstag haben wir unsere Sachen gepackt und sind Richtung Serbien aufgebrochen. Zum Abschied hat uns Jozo noch einen tollen Quitten Schnaps geschenkt.
7.
Donnerstagmorgen dann der Aufbruch nach Serbien. Unser Zwischenziel war Bjieljina, dort wollten wir meinen Onkel besuchen und uns etwas ausruhen. Die Landstraße von Bugojno nach Bijeljina ist sehr gut ausgebaut und für Motorradfahrer ein Traum. Jede Menge Kurven, Bergauf, Bergab Passagen durch die Wälder Bosniens mit abwechselnden Panoramen lassen jedes Biker Herz höher schlagen. Man muss lediglich auf den Verkehr auf den Straßen eingestellt sein und richtig gut auf die anderen Verkehrsteilnehmer achten, dann hat man auch seinen Spaß. Bei unserem ersten Tankstopp musste ich den Reifendruck und Ölstand kontrollieren, denn für das Endurofahren im Gelände hatten wir den Luftdruck auf 1.3 Bar abgesenkt. Das erste Problem war dass die Messgeräte am Balkan nicht sehr genau sind. Daher mussten wir zuerst alle 50km stehenbleiben um den Luftdruck zu kontrollieren. Nachdem wir sicher waren, dass alles passt fuhren wir über Doboj Richtung Tuzla. Bis dahin waren eigentlich keine sonderlichen Vorkommnisse, außer dass jede Ortschaft einen Radar hat und fast alle 20-30km die Polizei steht und Radarkontrollen durchführt. Als wir in Tuzla angekommen sind mussten wir durch die Stadt fahren. Etwas verwirrend sind auch die Geschwindigkeitsangaben in der Stadt Tuzla, denn auf der Hauptstrecke durch Tuzla hat man 60kmh und 50kmh Beschränkungen. Es kam also wie es kommen musste, ich fuhr vor und war etwas schneller als die erlaubten 50kmh, ich fuhr mit ca. 66kmh ins Radar und wurde von der Polizei direkt vor einer großen Moschee aufgehalten. Die Strafe war nicht allzu groß. Da ich aber keine einheimische Währung hatte und die Polizei keine Euros annimmt musste ich gegenüber auf einer Tankstelle Geld wechseln. Ich bewahre mein Geld und meine Reisedokumente in einem Etui auf. Als ich mir 20 Euro aus meiner Geldspange genommen habe und über die Straße gelaufen bin, habe ich anscheinend das Etui mit meinem gesamten Geld und Reisedokumenten verloren. Mir fiel erst auf dass ich meinen Pass und das Reisegeld nicht mehr bei mir hatte, als ich die Strafe beim Polizisten zahlen wollte. Plötzliche Panik brach aus und ich wusste nicht was ich machen sollte. Verzweifelt suchte ich nach meinem Etui und sogar die Polizisten halfen mir dabei. Tomi hat sogar in Bugojno bei Franc angerufen und gefragt ob ich Pass und Geld nicht bei Ihnen vergessen hab. Dann kam Goran Nikolic (Vice President Motoclub Tuzla) vorbei und wollte uns helfen indem er seine Biker-Kontakte entlang unserer Route anrufen wollte um zu fragen, ob ich nicht bei einem unserer Tankstopp meine Dokumente verloren habe. Glück im Unglück, eine ältere Frau kam auf mich zu und fragte ob ich meine Dokumente und Geld verloren hätte, ich sagte, ja, und sie antwortete, ich habe sie gefunden und in meine Wohnung gebracht. Ich konnte es nicht fassen, nach über eineinhalb Stunden kommt diese Frau zu mir und gibt mir mein Euti mit Pass und Geld zurück. Es hat kein Cent gefehlt und ich war überglücklich darüber. Selbstverständlich musste ich diese Ehrlichkeit belohnen und gab der Frau einen schönen Finderlohn. Unsere Reise war gerettet!!! Angekommen in Bijeljina haben wir meine Tante und Onkel besucht. Die Zeit die wir in Tuzla durch den Verlust des Etuis verloren hatten, konnten wir nicht mehr gewinnen, also viel unser Besuch in Bijeljina recht kurz aus. Wir machten uns nach dem Essen und Kaffe Richtung serbische Grenze auf. Den Rest durch Serbien sind wir dann über die Autobahn Richtung Belgrad gefahren. Kurz vor Belgrad hat sich die Navi Halterung von Tomi verabschiedet. Zudem kam hinzu dass Tomi das Sena nicht aufgeladen hatte und die Batterie sich genau zu dem Zeitpunkt aufbrauchte. Keine Navigation und keine Kommunikation waren mehr möglich, und die Nacht brach herein. Wir wollten jedoch noch am Donnerstag in Deliblato ankommen und sind dann mit Google Maps und meinem funktionierenden Sena weitergefahren bis wir endlich in Deliblato gegen 22:30h angekommen sind.
Hier haben wir uns mit Goran Obrenovic getroffen um am nächsten Tag in der Sandkiste Serbiens Enduro zu fahren. Die Unterkunft und das Essen in Deliblatto sind tiptop. Wir haben in der Villa Rebel Deliblato reserviert und wurden wie überall am Balkan sehr gastfreundlich empfangen. Die Aussicht vom Balkon auf den See direkt vor dem Grundstück ist wunderschön und ich kann diese Unterkunft sehr empfehlen.
8.
Freitag, Enduro fahren im Sand von Deliblato. Goran Obrenovic ist ein Freund von Tomi und ein sehr guter Enduro Fahrer der seine Kawasaki KLR perfekt beherrscht. Zu unserem Glück kennt sich Goran in dem riesigen Nationalpark sehr gut aus und hat uns ohne große Umwege direkt zum Sand geführt. Der Sand von Deliblato unterscheidet sich sehr von den Untergründen die wir bisher befahren sind. Man braucht eine Mindestgeschwindigkeit von ca. 40kmh um stabil durch den Sand zu kommen. Anfangs war für mich der weiche und nachgebende Untergrund wieder eine Challange. Als ich mich dann darauf eingestellt hatte wurde es jedoch zur puren Freude. Fahren im Sand ist eine Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann. Im Falle eines Sturzes hat man kein großes Verletzungsrisiko und das Befahren der Dünen und unberührten Landschaft ist unbeschreiblich schön. Das Üben diverser Enduro Techniken hat im Sand ebenfalls seine Vorteile. Das Enduro fahren spielt sich hauptsächlich im Stehen ab, sodass Goran mir gezeigt hat wie man sich richtig am Motorrad stehend positioniert und wie man Hindernisse am Motorrad leichter überwindet. Als ich mehr Vertrauen hatte und immer sicherer am Motorrad wurde, traute ich mich das erste Mal über einen kleinen Hügel zu springen. Jubel!!! Das geht ganz easy und ich will noch mehr. Als nächstes fuhren wir in eine Sandgrube und Goran zeigte uns wie wir mit den Bikes die steileren Hügeln hinauffahren können. Beim ersten Versuch einen steilen Hang zu erklimmen scheiterte ich kurz vor der Kuppe, weil ich zu zögerlich am Gas war uns stürzte. Beim zweiten Versuch hat es dann aber geklappt. Dank Tomi und Goran war der Vormittag und das Spiel in der Sandkiste ein riesen Vergnügen. Zum Mittagessen fuhren wir nach Sumarak in einem Restaurant Gulasch essen. Das Essen war hervorragend und wir konnten uns etwas erholen. Der Nachmittag war ebenfalls von wunderschönen Strecken geprägt und das Gelände wurde immer schöner, was mir und meinen erschöpften Körper schon sehr zugute kam.
Die abwechselnde Vegetation von Wald und Steppe sind atemberaubend schön, zudem fließt die Donau direkt neben dem Nationalpark vorbei und man kann wenn man möchte direkt am Wasser der Donau entlang fahren.
Die Freiheit die man dabei spürt und die Landschaft die man sieht, lässt einen glauben man wäre irgendwo im Osten und nicht am Balkan. Der Nationalpark Deliblato ist ein früheres Jagdgebiet von Tito und man kann hier ebenfalls sehr gut zur Jagd gehen. Es fällt aber auch auf, dass man in einer ärmeren Region Serbiens unterwegs ist und was mich am meisten störte ist eine Mülldeponie auf diesem wunderschönen Terrain. Es war mein erster Besuch, aber bestimmt nicht der letzte in Deliblatto. Tomi und ich werden das nächste Mal mit Anhänger oder Bus anreisen und mit unseren Bikes ein Wochenende hier verbringen und das gesamte Gebiet erkunden. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Goran Obrenovic bedanken, der ein super Guide und Freund ist, Danke Goran!
9.
Samstag – Rückreise nach Wien über Rumänien und Ungarn. Tomi hat unsere Rückreiseroute so geplant, dass wir 70% Bundesstraße hatten und 30% Autobahn. Mit unseren Bikes ist das Fahren auf der Autobahn kein Vergnügen und so machten wir uns auf zur rumänischen Grenze. Durch Rumänien sind wir in ca. 2 Stunden auch durchgefahren und gegen Mittag waren wir auch an der ungarischen Grenze. Die Fahrt bis kurz vor Budapest war sehr schön, aber auch etwas gefährlich, da die Bundestraßen in Ungarn teilweise sehr schlechte Straßenbedingungen haben. Irgendwo 50km vor Budapest sind wir dann auf die Autobahn gefahren, da es immer später wurde und wir nicht in der Nacht auf der AB unterwegs sein wollten. Ich weiß nicht wo genau, aber unterwegs auf der AB habe ich dann ein Schraube vom Hauptständer verloren und die Krümmerschelle vom Auspuff hatte sich gelockert und ließ sich nicht mehr festziehen.
Gegen 22:30 waren wir dann in Wien angekommen. Die totale Erschöpfung der über 750km am Motorrad waren in jeder Muskelfaser zu spüren und ich war sehr erleichtert als ich zuhause angekommen bin. Die Vibrationen der KTM zehren langsam an der Muskulatur und den Sehnen, es fühlt sich so an, als würde man langsam aus dem Leim gerissen. Meine LC4 „The Donkey“ oder „Das Eselchen“ hat jedenfalls seinen Zweck erfüllt und wird mich hoffentlich noch einige Touren begleiten.

Ich hoffe, euch hat die Geschichte gefallen. Schaut euch die Bilder und das Videomaterial dazu an. Wir hatten unseren Spaß und ich möchte mich bei meinem Freud und Bruda, Wingman, Navigator Tomi für die Freundschaft und das tolle Erlebnis bedanken. Ich freue mich schon auf unsere nächste Reise mit Tomi – DANKE!!! Bruda meine Bruda!!!